Kauai von Oben – ein Traum wird wahr

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Jurassic Park FallsJetzt, wo wir schon so schön in Fahrt waren, haben wir uns am Tag nach Oahu gleich wieder in die Luft begeben. Der zweite Hubschrauber-Rundflug stand an – diesmal auf Kauai. 90 Minuten waren veranschlagt, Start am Flughafen von Lihu’e – am Ende der Start- und Landebahn wohnt Island Helicopters. Mit denen wollten wir fliegen. Klingt alles ganz einfach – war es aber nicht. Und das hatte finanzielle Gründe. Mehr dazu am Ende der Seite.

Ich muss ja sagen, man gewöhnt sich in den USA recht schnell ans Zahlen per Kreditkarte. Und genau das hat auf einmal nicht mehr funktioniert. Also musste ich nochmal los, am Flughafen-Automaten Geld holen, weil Zahlen mit EC-Karte in den USA so gut wie nicht funktioniert. Dummerweise hat der Automat nur ein Viertel von dem ausgespuckt, was ich gebraucht hätte. Um’s kurz zu machen: Ich hab‘ meinen Perso als Pfand bei Island Helicopters gelassen und versprochen, am nächsten Morgen mit Reiseschecks zu kommen. Hat auch alles geklappt – also ging’s ab zum Heli Pad und hoch in die Luft.

Wir sind von Lihu’e in Richtung Waimea geflogen – über viel Wald. Irgendwann waren wir im Tiefflug und sind ein Tal entlang geflogen. Die ganze Zeit lief Musik im Heli – traditionelle hawaiianische Musik. Plötzlich bekannte Klänge: Orchester – mächtig – beeindruckend. Ach ja: Der Soundtrack von Jurassic Park. Kaum hatten wir das realisiert, sind wir auf die Manaweiopuna Falls zugeflogen – den Wasserfall aus „Jurassic Park“. Dort sind wir gelandet, etwa 100 Meter von den Wasserfällen weg und mit unseren hübschen, blauen Plastiküberzügen an den Schuhen zum Wasserfall gelaufen. Warum Plastiküberzüge? Um keine Sporen von anderen Pflanzen in den Urwald zu schleppen. Es gibt viele eingeführte Pflanzen auf Hawaii, die die einheimischen Pflanzen verdrängen. Und das wollen die Hawaiianer verhindern – auch der Besitzer des Areals, in dem der „Jurassic Park“-Wasserfall in die Tiefe stürzt.

Und wie er das macht. Wow. 110 Meter fällt das Wasser in die Tiefe – da steht man unten und kommt sich plötzlich ganz klein vor. 20 Minuten waren wir etwa dort, dann ging’s weiter. Und erst da ist uns klar geworden, dass die 110 Meter noch lange nicht alles waren. Es gibt noch zwei weitere Stufen, auf denen das Wasser vom Mount Wai’ale’ale herunterstürzt – aus fast 1.600 Metern Höhe.

Nach dem Start an den Manaweipouna Falls sind wir zum Waimea Canyon abgebogen. Dort durch die Täler zu fliegen, rechts und links an steilen Wänden vorbei, ist nochmal ne ganz andere Liga als mit dem Auto hin zu fahren. Das sollte aber noch lange nicht alles sein. Am Ende des Waimea-Canyons ändert sich die Landschaft wieder blitzschnell: Plötzlich ist da wieder saftiges Grün und ein paar Kilometer weiter tiefblaues Meer. Gardner, unser Pilot, ist irgendwann etwas tiefer gegangen – und plötzlich waren wir da: An der Na Pali Coast.

Mount Wai'ale'ale KraterGardner hat nahezu kein Tal ausgelassen, in das er mit uns reingeflogen ist. Das mit Worten zu beschreiben ist nahezu unmöglich. Oben, unten, rechts, links – überall steile Klippen – die Palis – jede Menge Grün und das Ganze einfach atemberaubend. Vorbei an den Cathedrals – dem „Wahrzeichen“ der Na Pali Coast sind wir Richtung Hanalei geflogen, haben über der Hanalei Bay Fotos geschossen und sind weiter Richtung Inselmitte geflogen. Da ist uns erst klar geworden, dass wir an diesem Tag mit dem Wetter richtig Glück hatten. Der Mount Wai’ale’ale war nicht im Nebel – man konnte direkt in den Krater reinfliegen. Wow! Das ist dann übrigens auch das Ende des Weges, wenn man vom „Jurassic Park Gate“ aus weiter Richtung „Blue Hole“ wandert.

Vom Krater und dem „Blue Hole“ aus haben wir dann den Flughafen von Lihu’e in der Ferne gesehen – den wir dann letztendlich auch wieder angesteuert haben. Gardner hat mir dann noch erklärt, dass das „Blue Hole“ eigentlich kein Loch im Boden ist, sondern der Zusammenfluss von drei Gebirgsbächen, die vom Mount Wai’ale’ale Richtung Meer fließen.

Kleiner Nachtrag: Ich habe erst in Deutschland erfahren, warum ich nicht mehr zahlen konnte. Es gibt nicht nur ein Tageslimit, was das Abheben betrifft, sondern auch ein Wochenlimit. Und das hatten wir in dieser Woche ausgeschöpft. Es lohnt sich also, vor dem Abflug doch noch ein bisschen intensiver mit der Bank zu sprechen.

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