Kalalau Trail: Am Ziel meiner Träume

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Kalalau TrailEigentlich kein schöner Tag – und doch einer der Schönsten auf Kauai. Als wir am Morgen aufgewacht sind, war über der North Shore keine Wolke zu sehen. Und das ist wirklich sehr selten. Aber: Niklas ging es nicht gut: Er hatte Fieber und wollte erst gar nicht aufstehen. Also gab’s keine andere Möglichkeit, als den Tag zu Hause zu verbringen. Zumindest für Julia und die Kinder. Ich wollte diesen Tag dann spontan für ein Vorhaben nutzen, das ich mir schon vor Jahren in den Kopf gesetzt hatte: Ich wollte auf den Kalalau Trail.

Dieses Vorhaben ließ sich aber nur ohne Familie realisieren: Der Kalalau Trail ist ein etwa 18 Kilometer langer Weg, der sich an der Na Pali Coast entlang schlängelt. Laut Internet geht’s dabei hoch und runter, über Stock und Stein. Das wollte ich den Kindern nach dem Gewaltmarsch ans Jurassic Park Gate nicht auch noch zumuten. Aber ich wollte da hin: Auf den Weg, von den man den schönsten Ausblick auf Kauai genießen kann: Direkt auf die unglaublich beeindruckende Na Pali Coast.

Also habe ich Niklas Zwangspause genutzt und bin los gefahren. Im Gepäck: Ein Foto-Apparat, ein Liter Wasser und ein Apfel. Gleich zu Beginn des Trails ging’s dann wirklich steil nach oben. Über zum Teil glitschige Steine – auf etwa 100 Meter über den Meeresspiegel. Weil die Sonne so heftig gebrannt hat, hab‘ ich mir ein Kopftuch aufgesetzt. Nach 20 Minuten war das Ding komplett durchgeschwitzt. Es war nicht nur der schönste Tag seit unserer Ankunft auf Kauai – es war auch noch der heißeste. Zum Glück geht auf dem Trail ganz gut Wind.

Mitten auf dem Trail habe ich ein Ehepaar aus San Diego kennengelernt – die beiden waren schon öfter auf dem Kalalau – und haben mir ganz gute Tipps über Entfernungen und Aussichtspunkte gegeben. Nach etwa einer Stunde bin ich da angekommen, wo ich unbedingt hin wollte: Am Na Pali Coast Outlook. Eine Stelle, an der man fast die komplette Na Pali Coast entlang schauen kann. Rechts und links so viele Grünschattierungen und unten von weißem Strand über türkis bis tiefblaues Meer. Wie im Märchen – nur echt. So echt, dass – zumindest ich – sehr lange gebraucht habe, um diese ganzen Eindrücke zu verarbeiten. Und auch dann kommt es einem immer noch vor, wie in einem Traum.

DAS war die Mühe und die Anstrengung beim Aufstieg mehr als wert. Ich wollte dann noch weiter bis zum Hanakapiai Beach – das wäre nochmal eine knappe Stunde Fußmarsch gewesen. Das habe ich dann leider nicht mehr geschafft – mittlerweile war’s schon so spät, dass ich wieder umkehren musste. Wenn’s dunkel wird – das ist gegen 19 Uhr – sollte man nicht mehr auf dem Trail herumlaufen. Straßenbeleuchtung Fehlanzeige. Gegen sechs war ich wieder zu Hause – und muss sagen, dass die Aussicht da oben auf dem Kalalau Trail mich so sehr beeindruckt hat, wie nicht viel in meinem Leben davor. Ich glaube sogar, dass es nach der Geburt meiner Kinder das beeinduckendste Erlebnis war, bisher.

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