Von wegen Durchblick: Lange Gesichter im Nebel

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Wai'ale'aleHerbst. Kalt. Nass. Bääh. Das sind nur ein paar Eindrücke, die ich unweigerlich mit dem Begriff „Nebel“ verbinde. Dummerweise mussten wir auf Kauai lernen, dass es auch dort Nebel gibt. Und dass es in selbigem nicht gerade angenehm warm ist. Ok – auf 1000 Metern höhe auch verständlich. Dass wir aber komplett den Durchblick verlieren und uns langärmelige Klamotten gewünscht haben – das konnten wir wirklich nicht verstehen.

Dabei hat der Tag eigentlich ganz gut begonnen. Ok, in Hanalei hat es ein bisschen geregnet, deshalb haben wir uns dazu entschieden, in den Süden zu fahren. Dort scheint eigentlich immer die Sonne – und so war das dann auch. Erste Station des Tages: Der Waimea Canyon – der „Grand Canyon des Pazifik“. Ein beeindruckender Canyon auf der Westseite von Kauai. Und tatsächlich: Wenn man ausblendet, dass man auf Hawaii ist, fühlt man sich plötzlich wie mitten in Arizona oder Utah. Ein tiefer Canyon mit roten Felsen, dazwischen saftiges Grün und jede Menge Vögel. Dort ist uns allerdings auch zum ersten Mal die Befürchtung aufgekommen, dass es an unserem zweiten Ziel regnen könnte – nachdem auch der Canyon schon ein bisschen Nieselregen für uns bereit gehalten hatte.

Trotzdem: Nach 100 Kilometern Fahrt wollten wir’s riskieren und sind weiter gefahren zum Kalalau Valley Lookout. Von dort hat man einen atemberaubenden Blick über das Kalalau Valley – ein beeindruckendes Tal an der Na Pali Coast. Soweit die Theorie. Praktisch haben wir nichts gesehen. Nichts außer einer grauen Nebelwand, die sich an den Flanken des Tals festgesetzt hatte. Da waren die Gesichter schon ein bisschen lang. Aber ein, zwei Meilen weiter gab’s ja zum Glück noch einen zweiten Outlook. Und auch dort wäre der Ausblick gigantisch. Wenn da nicht der Nebel gewesen wäre. Nur einen klitzekleinen Moment konnten wir erahnen, was wir eigentlich hätten sehen sollen.

Also sind wir ziemlich frustriert wieder nach unten gefahren – Richtund Port Allen. Julia hat herausgefunden, dass es dort einen Strand gibt, der zum größten Teil aus Glasscherben besteht. Daher auch der Name „Glass Beach“. Dazu sollte ich erwähnen, dass Port Allen ein Industriegebiet ist, das zu Hanapepe gehört. Und der Strand ist dazu noch ziemlich versteckt. Aber egal: Wir haben ihn gefunden. Und tatsächlich: Dort besteht der Sand zum größten Teil aus ganz vielen, bunten Glasscherben. Nach dem Strand sind wir mehr zufällig als geplant an einem Schild vorbei gekommen, das uns doch neugierig gemacht hat. Darauf stand „Kauai Coffee Company“.

Also sind wir schnell abgebogen und mindestens fünf Meilen an einer Kaffeeplantage entlang gefahren, bis mitten im Nichts ein kleines Häuschen stand: Die Kauai Coffee Company in Kalaheo. Dort haben wir uns den Shop angesehen – und sind zum Kaffee testen auf die Veranda gegangen. Und WOW: Der „Kauai Sunrise“ ist ein Geheimtipp. Fast keine Säure, sehr mild – und unglaublich lecker. Die Führung über die Plantage konnten wir dann leider nicht machen – dafür war es dann doch zu spät. Also haben wir uns auf den Rückweg gemacht – und sind gleich am nächsten Postkartenmotiv hängen geblieben: „The Ranch“ zwischen Kalaheo und der Tunnel Of Trees Road.

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