Jurassic Park olé: Willkommen in der Grünen Hölle

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013Wie zur Hölle kommt Steven Spielberg auf die Idee, die wichtigsten Szenen von Jurassic Park ausgerechnet am Arsch der Welt zu drehen? Bestes Beispiel: Das Jurassic Park Gate. Oder das, was davon noch übrig ist. Eine verrostete Schranke mitten im Dschungel von Kauai. Dort hatte Spielberg 1993 das Eingangstor zum Park aufbauen lassen – inklusive geteerter Straße. 20 Jahre später ist am Jurassic Park Gate wieder alles ganz natürlich: Die Straße wurde nach dem Dreh entfernt – und auch vom Gate ist nichts mehr übrig.

Trotz allem haben wir uns auf den Weg gemacht, diesen heiligen Ort der Hollywood-Hinterlassenschaften zu besuchen. Mit einem SUV wird das schon gehen – dachten wir. Um ehrlich zu sein: Wir dachten das nur so lange, bis wir von den geteerten Straßen runter waren und den ersten Waldweg auf Kauai erreicht haben. Gefühlte 90 Prozent gefälle mit glitschigen Steinen und schlaglöchern so groß wie Badewannen haben uns dann ganz schnell dazu gebracht, das Auto zu parken und den Weg zum Gate auf unseren Füßen zurück zu legen.

Etwa zwei Stunden – und vermutlich drei oder vier Meilen – haben wir zurückgelegt, dann standen wir an dem Ort, den Spielberg zu einer Art Mekka für Dino-Fans gemacht hat. Abgeschieden, ohne Allradantrieb nahezu unerreichbar – aber so unglaublich schön. Direkt am Blue Hole, einer Art Aphitheater am Mount Waialeale – dem regenreichsten Ort der Welt. 360 Tage im Jahr regnet es dort – wir haben einen der fünf anderen Tagen erwischt. Ungefähr zweieinhalb Stunden ging’s bergauf und bergab, dann waren wir dort. Mit müden uns schlappen – aber unglaublich tapferen Kindern.

Der Rückweg war dann etwas einfacher – und für die Kinder umso aufregender. Nicht nur, dass ein Trupp von gefühlt 100 Jägern auf der Pirsch nach Wildschweinen war und es im Dschungel geklungen hat wie in den Straßen von Damaskus – nein, jetzt mussten wir die ganzen vier Meilen auch noch zurück laufen. Wir hatten noch Kraft – die Kinder nicht mehr. Also blieb nur eins: Anhalter. Und siehe da, der erste Pickup, den wir mit dem Daumen nach oben angehalten haben, hat uns bis zu unserem Auto gebracht – klassisch auf der Ladefläche.

Alles in allem war das der coolste, geilste, anstrengendste und schweißtreibendste Ausflug, den wir je gemacht haben – aber er war es wert. Jede Sekunde, jeder Meter. Denn: Wir haben unglaubliche Bäume gesehen, wunderschöne Pflanzen und beeindruckende Wege. Und was uns sehr beeindrukt hat: Kauai riecht unglaublich gut. Überall am Wegesrand stehen wunderschöne Blumen, die einen unglaublich angenehmen Duft verbreiten. Auf der ganzen Insel. Unterm Strich kann man sagen: Kauai ist nicht nur was für’s Auge, sondern für alle Sinne. Inklusive Schmerzempfinden dank der heftigen Sonne und dem daraus resultierenden Sonnenbrand. Aber Scheiß der Hund drauf: Das war’s wert.

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