Puder, Lächeln und der Schimmel auf dem Amt

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Danke Osama. Vielen Dank, Herr Bin Laden. Für die Anschläge vom 11. September 2001 – die unser Leben so einfach gemacht haben. Seitdem brauchen wir Reisepässe mit biometrischen Bildern. Vielen Dank. ESTA-Anträge. Wir müssen gläsern sein – aber bitte mit Fingerabdrücken und weißer Weste. Vielen Dank, Osama, dass Du uns diese Hürden gebracht hast. Danke!

Oh Mann. Es könnte so einfach sein. Aber nein: Wir brauchten tatsächlich vier Reisepässe – Kinderreisepässe reichen für die Einreise in die USA nicht aus. Also, ab auf’s Rathaus. Oh. Nein. Geht ja nicht. Für die Reisepässe brauchen wir ja auch noch biometrische Passfotos. Nicht lächeln, grade schauen – und bitte so scheiße wie nur möglich aussehen. DAS sind biometrische Passbilder. Aber bitte… Danke, Osama. Also ab ins Fotostudio: Pudern, aus Gewohnheit lächeln, Rüffel kassieren, Klick, Blitz – uaah. Das sind wir? Sieht eher aus wie die Munsters in Farbe. Aber bitte… Danke, Osama.

Nach dem Besuch beim Fotografen war’s leider zu spät für’s Bürgerbüro, das Beantragen der Pässe musste leider noch zwei Tage länger warten. Ist aber nicht schlimm, wir haben ja noch genügend Zeit. Als Reisedatum haben wir uns den Spätsommer 2013 herausgesucht. Also hin auf’s Amt, um mit einer sehr wortkargen, medium-bratzigen Verwaltungsangestellten die Anträge für die Reisepässe auszufechten. „Dauert etwa drei Wochen. Schöner Tag noch.“ „Danke, Ihnen auch schöner Tag.“ Egal. Pässe beantragt, Haus reserviert und Reisebüro zwecks Flügen eingeschaltet. Läuft.

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